Sie sind für etwas Großes geschaffen. Vielleicht haben Sie außerordentliche Eigenschaften in sich entdeckt oder Sie haben Kontakt zu einer höheren Macht aufgenommen. Irgendwann kommt der Punkt bei dem Sie sich fragen sollten:
Wie gründe ich meine eigene Religion?
Natürlich sollte eine Religion ordentlich konzipiert sein. In diesem Post erfahren Sie die Grundlagen zur Gründung einer eigenen Religion. Angereichert mit religionswissenschaftlichem Grundwissen werden Sie gerüstet für den Start Ihrer Agenda sein. Befolgen Sie diese Schritte und werden auch Sie religiöser Anführer Ihrer Lebensphilosophie.
WIE GRÜNDET MAN SEINE EIGENE RELIGION?
Was ist überhaupt eine Religion? Was ist Religion für Sie? Diese Frage müssen Sie sich im Herzen beantworten können, denn sie wird ausschlaggebend darüber sein, wie sie ihre Religion von Grund auf gestalten.
Zwei gängige Verständnisweisen über Religion müssen wir uns anschauen. Zum einen verstehen viele Leute Religion durch ihren wahren Kern. Zwar kann man, wenn man sich Religion anschaut, viel beobachten: Da wären beispielsweise verschiedene Glaubenssätze, Rituale und Gebote, aber letztendlich kommt es nach diesem Verständnis auf den unveränderlichen spirituellen Kern an. Auch wenn Religionen sich unterschiedlich entwickeln können und über die Geschichte neue Praktiken und Glaubenssätze entwickeln können, ist die Essenz unveränderlich. Aus diesem Grund nennt man dieses Verständnis eine essentialistische Religionsdefinition.
Auf der anderen Seite verstehen viele Religion über die Dienste, die sie für die Gesellschaft leistet. Betrachtet man die gängige Antwort, was Religion sei, versuchen viele Menschen Religion als die Antwort auf ehemals unerklärliche Naturphänomene, wie Donner oder den Tod nennen – als Art Wissenschaft noch bevor es Wissenschaft gab. Man spricht hier von einer funktionalitischen Religionsdefinition, da hier Religion aus ihrer gesellschaftlichen Funktion abgeleitet wird.
Der letzte Satz ist ebenfalls wichtig: Bei Religion handelt es sich nicht um individuellen Glauben, sondern es geht um Glauben und Tun von einer Gruppe oder einer ganzen Gesellschaft.
Auf diese Elemente müssen Sie Rücksicht nehmen.
SCHRITT 1: Was ist der Kern Ihrer Religion?
GLAUBENSÄTZE ENTWICKELN
Hier geht es um die Glaubenssätze Ihrer Religion. Glaubenssätze dienen in erster Linie dazu sich von anderen religiösen Bewegungen zu trennen. Ohne Unterschiede zwischen Ihren Glaubenssätzen und den Glaubenssätzen einer anderen Religion, gibt es Ihre Religion praktisch nicht.
Glaubenssätze können als Leitfaden dienen, oder aber auch als Begrüßungsformel. Mitglieder der Glaubensgemeinschaft können sich durch ein Glaubensbekenntnis erkennen.
Meist sind die fundamentalen Glaubenssätze einer Religion in irgendeiner Form festgehalten. Vor den abrahimitischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) gab es oftmals keine klaren Glaubenssätze. Mythen und Glauben wurden mündlich tradiert. Allerdings wurde beginnend mit Christentum und Islam mit zunehmender Globalisierung die Konkurrenz zwischen Religionen größer, weshalb es auch für Sie ratsam ist, konkrete Glaubenssätze zu entwickeln und aufzuschreiben.
WAS BESAGEN DIESE GLAUBENSSÄTZE?
Hier können Sie die Wahrheiten aufschreiben, die Sie zum Kern der Religion machen wollen.
Genesis:
Die meisten Religionen leisten einen Beitrag um die Erschaffung der Welt zu erklären, also warum nicht Ihre?
Wenn Ihre Kreativität nachlässt, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Es ist super einfach, denn alle Geschichten über die Genese der Welt folgen einem ganz bestimmten Schema: „Zuerst gab es nichts und dann erschuf Gott sich selbst und die Welt“ – Ende. Ansonsten übernehmen Sie eine Zeugungsgeschichte von anderen Religionen, die Ihnen gefällt und wandeln Sie ein paar Worte ab.
Antagonisten und Gegenmächte:
Was hält Ihren Gott davon ab den Frieden auf Erden zu bringen?
Ein Antagonist, wie Satan im Christentum? Steht er sich aufgrund seiner dualen Natur von Gut und Böse sich selbst im Weg, wie bei einer dissoziativen Persönlichkeitsstörungen? Oder ist Ihr Gott ein weiteres männliches Chauvinistenschwein?
Gerne darf sich in der heiligen Schrift eine Erwähnung eines Antagonisten finden. Dieser kann eine beliebige Beziehung zu Ihrem Gott haben – oftmals sind sie Geschwister, Vater/Mutter und Kind oder alles zugleich.
REGELWERKE
SCHRITT 2: Wer ist die Zielgruppe Ihrer Religion? Was tut Ihre Religion?
Schauen wir uns ein recht absurdes Beispiel an: Der Islamischer Staat ist eine sehr erfolgreiche Terrorgruppierung, aber sicherlich hat noch niemand versucht Sie zu rekrutieren. Warum ist das so?
Zielgruppe des IS sind alleinstehende junge Männer mit Migrationshintergrund.
WARUM KANN RELIGION SO ATTRAKTIV SEIN?
Der Mensch ist ein inhärent soziales Wesen – Religion bietet eben diese Gemeinschaft. Der Inhalt der Lehren ist in diesen Fällen zweitrangig.
Verantwortung ist eine Verpflichtung, die auf Dauer lästig werden kann. Nutzen Sie diese Gelegenheit für sich: Machen Sie sich bewusst, dass Menschen in bestimmten Maßen jemanden in ihrem Leben wollen, der ihnen sagt, was sie anziehen oder essen sollen.
—
Menschliche Konstruktionen sind kontingent, das heißt, dass sie leicht hinterfragbar sind und ständig Kritiken standhalten müssen. Religion bieten ein Werkzeug, von welchem Sie immer Gebrauch machen sollten: die Verheiligung.
Zum Beispiel sind Menschenrechte in unserer Gesellschaft verheiligt. Mit der Verheiligung können Sie jede Art von Regel jede Art von Objekt in das Reich des Unkritisierbaren stellen. Dazu müssen Sie lediglich deklarieren, dass dieser Sachverhalt heilig ist und jede Art der Hinterfragung mit Empörung begegnen.
Natürlich gibt es immer Objekte, die einen besonders hohen Stellenwert in den Augen der Religion besitzen. Eine heilige Schrift ist ein berühmtes Beispiel – es können aber auch andere Kultgegenstände benutzt werden.
SCHRITT 3: Die Verbreitung Ihrer Lehren
Religion lässt sich erfahren, ähnlich wie ein Wellnessprodukt, daher lässt es sich vermarkten. Benutzen Sie Marketingstrategien: TikTok, Twitter und Instagram sind ihre besten Freunde. Agieren Sie klug, nutzen Sie die Macht von sozialen Medien.
Wenn Sie diesen Guide zur Religionserstellung fleißlig befolgt haben, werden Sie wissen, dass Religion Dienste für Menschen leistet. Aber Religion bietet nicht einfach Dienste an die Allgemeinheit, sondern einer bestimmten Zielgruppe. Zwar kann man alle Anhänger Ihrer neuen Religion als Gläubige bezeichnen, aber Ihre Religion mag für manche Gruppe attraktiver sein als für andere. Wenn Ihre Glaubenssätze Reichtum verteufeln und Armut verheiligen, wird die Religion für arme Menschen wesentlich attraktiver sein.
SCHRITT 4: Finanzierung
Egal ob groß oder klein – Religionen brauchen zum Fortbestand irgendwann Finanzierung. Ohne Gelder ist die Reichweite Ihrer Religion und ihre Professionalisierung eingeschränkt. Für Sie habe ich diese Optionen zusammengefasst:
Spenden:
Kleinere religiöse Bewegungen finanzieren sich über oftmals über Spenden.
Steuer:
Größere Religionen finanzieren sich durch Steuern (siehe Kirchensteuer oder Zakat). Ohne politische Autorität wird eine generelle Steuer für Sie nicht durchzusetzen sein.
Verkauf
Fast alle Religionen bietet Produkte zum Verkauf an. Dabei muss es sich nicht um physisches Gut handeln, sondern kann auch ein Produkt spiritueller Natur sein. Bücher oder Räucherstäbchen lassen sich ebenso gut verkaufen wie Segnungen.
Verkaufen lassen sich auch Erfahrungen (durch Ticketverkäufe) wie es uns Megachurches zeigen. In diesen spricht ein Pastor aufwendig inszeniert vor einem Riesenpublikum.
Mitgliedschaftsabo
Ohne Steuern können Sie dennoch durch Mitgliedschaften wirtschaften.
TBC
Dieser Artikel ist ein Work-in-Progress Artikel. Er wurde aufwendig recherchiert ohne Nutzung von AI (Künstlicher Intelligenz).




Kommentar verfassen